Foto: Stoffel13.02.2026 ● Redaktion Straubinger Tagblatt
„Gebaut wird immer“ - Oliver Aigner von der Stoffel Holding GmbH spricht über seinen Beruf als Immobilienkaufmann und Junior Projektleiter
Wir haben mit Oliver Aigner, Junior Projektleiter bei der Stoffel Holding GmbH, über die Ausbildung zum Immobilienkaufmann, die Möglichkeit von Weiterbildungen und die Wichtigkeit des Berufs gesprochen.
Wie sind Sie zu Ihrem Beruf als Immobilienkaufmann gekommen?
Oliver Aigner: Ursprünglich habe ich mich als Kaufmann für Büromanagement beworben. Im Bewerbungsgespräch wurde mir dann die Ausbildung zum Immobilienkaufmann angeboten.
Da ich mich schon immer für Gebäude sowie deren Architektur interessiert und auch in jungen Jahren am liebsten Häuser aus Lego gebaut habe, war das dann der absolut passende Ausbildungsberuf für mich.
Was gefällt Ihnen in Ihrer derzeitigen Position besonders?
Aigner: Das selbstständige Arbeiten und das Arbeiten in einem harmonischen und funktionierenden Team haben für mich einen enorm hohen Stellenwert.
In meiner Funktion als Junior Projektleiter darf ich seit letztem Jahr auch mein erstes „eigenes“ Projekt betreuen, bei dem ich noch einmal mehr Verantwortung trage, mich aber auch über jeden noch so kleinen Fortschritt besonders freuen kann.
Geben Sie uns einen kurzen Überblick über Ihre Ausbildung und die wichtigsten Stationen Ihrer beruflichen Entwicklung.
Aigner: Meine Ausbildung dauerte zweieinhalb Jahre, in denen ich hauptsächlich in der Projektentwicklung tätig war. In dieser Zeit habe ich aber auch Einblicke in die Hausverwaltung oder in das Baumanagement erhalten.
Für die schulische Ausbildung bin ich blockweise nach München gefahren und war dort in einem Wohnheim untergebracht. Gerade der Austausch mit meinen Klassenkameraden, die ja in den unterschiedlichsten Firmen und Bereichen wie Bauträger und Makler gearbeitet haben, hat meine Entwicklung sehr geprägt.
Während ich seit meiner Ausbildung als Projektassistent tätig bin, habe ich noch die Weiterbildungen zum Immobilienfachwirt und Geprüften Betriebswirt absolviert, welche mir einen noch tieferen Einblick in alle möglichen Bereiche der Immobilienbranche und eines Unternehmens an sich gegeben haben. Wie bereits erwähnt, bin ich seit letztem Jahr neben meiner Funktion als Projektassistent auch als Junior Projektleiter tätig.
Was sind die häufigsten Herausforderungen, mit denen Sie in Ihrem Berufsalltag konfrontiert werden?
Aigner: Das ist schwer zu sagen, weil mein „Alltag“ so unterschiedlich aussehen kann. Da ich unter anderem viel Kontakt zu Handwerkern, Architekten und Mietern habe, ist eine der größten Herausforderungen wohl die richtige Umgangsweise mit den jeweiligen Menschen. Nicht jeder reagiert auf gewisse Dinge auf dieselbe Art und Weise. In angespannten Situationen gilt es dann, nicht die Ruhe und Gelassenheit zu verlieren und eine möglichst einvernehmliche sowie für beide Parteien faire Lösung herbeizuführen.
Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag als Immobilienkaufmann aus?
Aigner: Da es sehr stark darauf ankommt, ob man – wie in meinem Fall – bei einem Bauträger beziehungsweise Projektentwickler arbeitet oder einem Makler oder einer Hausverwaltung, kann ich den „normalen“ Arbeitstag nur für mich beschreiben.
Zu meinen alltäglichen Aufgaben gehören insbesondere der Kontakt zu Handwerkern, vor allem im Rahmen der Abrechnung, die Prüfung von Rechnungen, die Kostenkontrolle oder auch Mieterangelegenheiten wie Mietersuche, Entwicklung des Mietvertrags oder die Übergabe.
Wie sehen Sie die Rolle des Immobilienkaufmanns in der heutigen Zeit, insbesondere in Hinblick auf Digitalisierung und den Wandel im Immobilienmarkt?
Aigner: Der Beruf des Immobilienkaufmanns wird meines Erachtens immer eine tragende Rolle einnehmen. Gebaut beziehungsweise saniert wird immer, weshalb auch stets die Fähigkeiten und Kenntnisse eines Spezialisten benötigt werden.
Der Erwerb eines Gebäudes, einer Wohnung oder eines Grundstücks ist darüber hinaus oft eine lebensverändernde Entscheidung, da sie mit hohen Kosten und gewissen Risiken verbunden ist. Gerade in so einer Situation möchte man doch jemanden an seiner Seite haben, der einem professionelle Beratung und Unterstützung anbieten kann.
Die digitale Welt kann einem dabei immer besser helfen, wie etwa durch Vergleichsportale oder Erfahrungsberichte anderer Nutzer, aber nie so gut, wie es ein ausgebildeter Fachmann kann. Daher sollte man sich meines Erachtens immer an einen Profi wenden.
Gibt es bestimmte Momente oder Aspekte, die Ihnen besonders viel Freude bereiten?
Aigner: Die größte Freude entsteht bei mir immer dann, wenn ein Projekt fertiggestellt ist. Wenn man nicht mehr nur die unzähligen Pläne und Entwürfe auf dem Papier vor sich hat, sondern das Gebäude fertiggestellt ist und man sieht, wofür man sich die ganze Zeit ins Zeug gelegt hat. Schließlich dauern unsere Projekte meistens mehrere Jahre.
In dieser Spanne gibt es aber auch sehr viele Meilensteine, über die ich mich freuen kann, angefangen von der Baugenehmigung über den Abschluss von Mietverträgen bis hin zur Abrechnung und der Erkenntnis, welches Ergebnis wir mit unserem Projekt und unserer Teamleistung erzielt haben. Darauf stoßen wir dann auch gerne einmal miteinander an.
Welche Fähigkeiten und Eigenschaften sind aus Ihrer Sicht für jemanden wichtig, der in der Immobilienbranche erfolgreich arbeiten möchte?
Aigner: In erster Linie sind ein gesundes Selbstbewusstsein und eine gewisse Kommunikationsfähigkeit vonnöten, um Käufern, Mietern und Handwerkern angemessen gegenübertreten zu können.
Ein souveränes Auftreten und ein professionelles Verhalten sind ebenso unentbehrlich wie die Genauigkeit, die mein Beruf erfordert – ob in finanziellen Angelegenheiten wie der Rechnungsprüfung oder in rechtlichen Angelegenheiten wie der Vertragsgestaltung.



