Foto: Susanne Franck13.02.2026 ● Maximilian Pleier
„Ich wollte einfach wissen, was drin ist“ - Der 16-jährige Aaron Wieser absolviert bei den Stadtwerken Landshut eine dreijährige Ausbildung zum Fachinformatiker
Während andere in seinem Alter noch rätseln, welchen Berufsweg sie nach der Schule einschlagen sollen, hat Aaron Wieser seinen Platz bereits gefunden. Der 16-Jährige macht eine Ausbildung zum Fachinformatiker bei den Stadtwerken Landshut. Dort ist er fester Teil des zehnköpfigen IT-Teams.
Die Faszination für Technik begann bei dem jungen Mann früh und ziemlich praktisch. Statt nur zu zocken, schraubte er schon als Kind Computer und Spielekonsolen auseinander. „Irgendwann wollte ich einfach wissen, was da drin ist“, erzählt Wieser.
Aus spielerischem Interesse wurde echte Begeisterung. Mit zehn Jahren erkannte er, dass man aus dieser Leidenschaft für Computer und Technik einen Beruf machen kann. „Da war für mich klar: In der IT will ich beruflich arbeiten.“
Von Anfang an nichts dem Zufall überlassen
Den Weg dorthin beschritt er dann zielstrebig: Nach dem Realschulabschluss absolvierte Wieser neun Praktika – alle im Bereich IT. „Ich wollte sicher sein, dass das wirklich das Richtige für mich ist“.
Auf die Ausbildungsstelle wurde Wieser durch eine klassische Zeitungsanzeige aufmerksam. „Die hat mir meine Mutter hingelegt“, erinnert er sich.
Ausschlaggebend war jedoch das Vorstellungsgespräch sowie das Gesamtbild des Unternehmens. „Was die Stadtwerke machen und wofür sie stehen, hat mir einfach gefallen.“
Seit September ist Wieser nun offiziell Teil des kommunalen Eigenbetriebs der Stadt Landshut. Der Einstieg fiel ihm leicht. „Ich war schon sehr schnell, nach zwei Wochen, drin“, sagt er. Die Hierarchien sind flach, der Umgang freundlich. „Wir arbeiten sehr kollegial, man begegnet sich hier auf Augenhöhe – egal ob Azubi oder Vorgesetzter.“
Der Tag in der IT-Abteilung beginnt für Wieser mit einem Überblick über die anstehenden Aufgaben. „Ich schaue, bei welchen Kollegen gerade Schwierigkeiten auftreten oder wo ein System hakt“, erzählt er. Anschließend folgt die tägliche Teambesprechung. „Wir reden jeden Tag gemeinsam darüber, was ansteht.“
Obwohl er erst am Anfang seiner Ausbildung steht, arbeitet Wieser schon recht selbstständig. „Ich darf vieles allein machen, aber es ist immer jemand da, wenn es kritisch wird. Das gibt mir große Sicherheit.“
Teamgeist statt Kellerklischee
Der Arbeitsalltag ist abwechslungsreich. Mal löst er ein Problem mit wenigen Klicks, mal muss er tiefer in Systeme oder Server eingreifen. „Wenn bei Kollegen Programme nicht funktionieren oder Systeme spinnen, kommen wir ins Spiel.“
Gerade diese Mischung aus Fehlersuche und Hilfsbereitschaft motiviert ihn: „Das Beste ist, wenn alles wieder läuft und jemand weitermachen kann, weil ich helfen konnte. Das ist ein gutes Gefühl.“
Wer bei IT-Arbeit an stilles Tüfteln im dunklen Kellerraum denkt, liegt falsch. Kommunikation spielt eine zentrale Rolle. „Man muss mit Menschen klarkommen“, sagt der junge Auszubildende. „Denn die Arbeit im Team ist superwichtig, und ich lerne hier viele Bereiche kennen.“ Noch will er sich nicht festlegen, ob er sich später auf Netzwerktechnik, Servermanagement oder Anwendersupport spezialisiert. „Im Moment will ich so viel wie möglich mitnehmen. Und alles ausprobieren.“ Auch IT-Sicherheit spielt in der Ausbildung eine Rolle. Besonders wichtig: Bei den Stadtwerken überlässt man nichts dem Zufall. Alle Systeme sind zentral für das alltägliche Leben in der Stadt. Wieser verspürt dadurch aber keinen Druck. „Ich mache einfach meinen Job“, sagt er bescheiden.
Berufsschule und Zukunftsperspektiven
Neben der Praxis gehört die Berufsschule zum Alltag. Wieser besucht die Berufsschule I in Landshut und hat Blockunterricht. „Alle sechs Wochen eine Woche Schule – später dann öfter“, erklärt er. Im Vergleich zur Realschule läuft hier vieles anders. „Man lernt Inhalte, die direkt mit dem Beruf zu tun haben. Das macht es deutlich spannender für mich.“
Langfristig will Wieser bei den Stadtwerken bleiben. „Mein Ziel ist es, hier übernommen zu werden.“ Auch eine Weiterbildung oder eine Spezialisierung kann er sich gut vorstellen. Er weiß auch schon, dass das Unternehmen seine beruflichen Ziele unterstützt. Einzig die mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht bereitet ihm leichte Sorgen. „Aber auch dann möchte ich danach zurückkommen“, sagt er entschlossen.
IT-Vorkenntnisse und Interesse sind wichtig
Was er Jugendlichen rät, die sich ebenfalls für eine IT-Ausbildung interessieren? „Man sollte sich privat schon ein bisschen mit Computern auskennen und Interesse mitbringen.“
Praktika seien unglaublich hilfreich, vor allem, um herauszufinden, welcher IT-Bereich am besten passt.
Wichtig seien aber auch soziale Fähigkeiten. „Man muss im Team kommunizieren können. Wenn man offen ist und Spaß am Problemlösen hat, ist man hier genau richtig.“ Dafür nimmt der junge Auszubildende auch in Kauf, jeden Tag von Mainburg nach Landshut pendeln zu müssen. Denn Wieser hat etwas gefunden, wovon viele in seinem Alter noch träumen: einen Beruf, der seine Leidenschaft zum Alltag macht.



