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Emily Martel ist aktuell im zweiten Lehrjahr bei „hair & beauty experts Stolze“ in Straubing.Foto: Susanne Zimmermann

13.02.2026 ● Susanne Zimmermann

Schere, Kamm und große Ziele - Auszubildende Emily Martel berichtet über ihre Erfahrungen und Ambitionen im zweiten Lehrjahr zur Friseurin

Vor etwa 40 Jahren waren mit dem Beruf des Friseurs vor allem Dauerwellen, toupierte Haare und Trockenhauben verbunden. Heute hat sich das Handwerk nicht nur durch neue Begriffe wie „Hairstylist“ oder „Coiffeur“ modernisiert, auch das Aufgabengebiet hat sich vergrößert.

Wer den Friseurberuf erlernen möchte, benötigt Übung, Fachwissen, Kommunikationsfähigkeit und ein Gespür für Mode und Lifestyle-Trends. Die Tätigkeit geht heute weit über das klassische Spitzenschneiden hinaus. Die Auswahl an Colorationen ist größer, Schneidetechniken sind raffinierter und Kunden haben individuelle Ansprüche, die ein kreatives Gespür erfordern.

Doch wie genau sieht der Weg zum Friseur in der Praxis aus? Die 17-jährige Emily Martel, die ihre Ausbildung bei Stolze Hair in Straubing im zweiten Lehrjahr absolviert, gibt einen Einblick in ihre Ausbildung und ihre beruflichen Ambitionen.

Leidenschaft und Praxis

„Es war schon immer mein Traumberuf“, sagt Martel. Inspiriert durch ihre Mutter, die ebenfalls Friseurin ist, entschied sie sich nach der Schule und einigen Praktika für diese Ausbildung. „Ich liebe es, neue Looks zu kreieren und freue mich, wenn ich damit Kunden glücklich machen kann.“

Die Ausbildung dauert drei Jahre und erfolgt im dualen System. Während Martel im Salon die Praxis vertieft, vermittelt die Berufsschule theoretisches Wissen über Schneidetechniken, Farbchemie, Haarpflege, Kundenbetreuung und Salonmanagement. Am Ende steht die Gesellenprüfung. Eine Lehrzeitverkürzung auf zwei oder zweieinhalb Jahre ist bei Abitur oder sehr guten Leistungen möglich. Ihre Klasse besteht derzeit aus 21 Schülern, davon sind vier Männer. „Die Jungs konzentrieren sich meist auf Kurzhaarschnitte und Bartpflege, während wir uns lieber mit neuen Schnitten und Colorationen beschäftigen.“ Vor der Zwischenprüfung im März hat Martel keine Angst.

Zu ihren festen Aufgaben im Salon gehört unter anderem das Schneiden von Spitzen und „Curtain Bangs“. Das Waschen, Föhnen und Glätten der Haare gehört natürlich auch dazu. Regelmäßige interne Schulungen fördern ihre Fachkompetenz und trainieren die erforderlichen Arbeitsabläufe. Sie liebt den Kontakt zu Kunden und den täglichen Austausch. Einzig das lange Stehen im Salon war für die Auszubildende anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Handwerk mit Vision

Martels Weg wird nicht mit dem Gesellenbrief enden, denn sie hat bereits klare Zukunftspläne: „Ich möchte unbedingt meinen Meister machen und einen eigenen Salon eröffnen.“ Auch mit dem Vorurteil der schlechten Bezahlung räumt sie auf. Die Löhne seien heute besser als früher und die Branche biete gute Aufstiegsmöglichkeiten mit ganz unterschiedlichen Gehältern und Einsatzorten. „Wer ehrgeizig ist, kann sich beispielsweise zur Stylistin weiterbilden, einer Kombination aus Hairstyling und Make-up für Fashion-Shows, Hochzeiten oder Foto- und Filmproduktionen. Andere spezialisieren sich auf den „Master of Colour“ für komplexe Färbetechniken wie Balayage und Farbkorrekturen“, sagt Martel. Als Friseur hat man viele Einsatzmöglichkeiten: Man kann beispielsweise auf Kreuzfahrtschiffen arbeiten, als Dozent in Fachschulen lehren oder in der Produktentwicklung für Beauty-Marken tätig sein. Auch medizinische Haarpflegespezialisierungen in enger Zusammenarbeit mit Medizinern sind möglich.

Wer handwerkliches Geschick, Kreativität und ein gutes Gespür für Menschen mitbringt, für den ist dieser Beruf ein abwechslungsreiches Arbeitsfeld mit großartigen Entwicklungsmöglichkeiten. Und gerade in Zeiten der Digitalisierung gewinnt persönliche Dienstleistung an Bedeutung.

Emily Martel ist aktuell im zweiten Lehrjahr bei „hair & beauty experts Stolze“ in Straubing. Foto: Susanne Zimmermann
Emily Martel ist aktuell im zweiten Lehrjahr bei „hair & beauty experts Stolze“ in Straubing. Foto: Susanne Zimmermann

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